Rolf Peter Sieferle – Am Ende rechts

12.05.2017 | faz.net

Am Ende rechts

Rolf Peter Sieferle war ein poetischer Freigeist und großer Wirtschaftshistoriker. Als die Flüchtlinge kamen, schrieb er giftige, rechtsradikale Bücher. Dann nahm er sich das Leben. Die Geschichte einer spätbürgerlichen Verbitterung.

Von Jan Grossarth

sieferle

Blasse Kopie eines Originals: Dieses Porträtfoto von Rolf Peter Sieferle machte er selbst in seinem Kopiergerät, wie es die Vorgaben für den Band „Neue Urbanität“ (2003) vorsahen.

Es ist Herbst. Hunderttausende Dschihadisten strömen nach Deutschland. Kein Polizist hindert sie am Grenzübertritt. Das ist die Rache der Linken, auch der „Katastrophengestalt“ Angela Merkel, die den Niedergang des Sozialismus nicht vergessen haben. Sie wollen die bürgerliche Gesellschaft zerstören. Das Volk müsste vor Schreck erstarren, doch es ist blöd geworden vor lauter Spaß. Die Funktionseliten der bürgerlichen Gesellschaft hingegen, alle Parteien, Wirtschaftsverbände und die Medien, feiern das Geschehen als Ausdruck großer Humanität, als ein buntes Abenteuer oder spekulieren zumindest, diese Einwanderung werde dem überalterten Land nötige Pflegekräfte zuführen.

So sah Rolf Peter Sieferle – zusammengefasst, teils aber in seinen eigenen Worten – die Ereignisse von 2015. Und er blickte in die Zukunft. Die erschien ihm nicht mehr lebenswert. Er war überzeugt, die Barbaren übernähmen. Nach einer Phase der Anarchie und des Chaos, so hätten die Linken gehofft, würden sie den Kommunismus wiederbeleben können. Doch sie hätten sich geirrt. Der Islam sei stärker gewesen, prophezeit Sieferle. An der Stelle des Rechts- und Sozialstaats: Stammeskämpfe, Recht des Stärkeren.

Rolf Peter Sieferle galt als ein außergewöhnlich feingeistigster Historiker. Sein Essay „Rückblick auf die Natur“ sei ein „Meisterwerk sozialökologischer Universalgeschichte“ gewesen, erinnert sich die Industrieökologin Helga Weisz von der Berliner Humboldt-Universität. Sieferle sei einer der großen Intellektuellen des 20. Jahrhunderts gewesen. Er formuliere originell, stilistisch hervorragend, anschaulich, anregend und feurig, schrieb Franziska Augstein schon vor zwanzig Jahren im Feuilleton dieser Zeitung. Einem großen Publikum fiel Sieferle niemals auf. Er schrieb wirtschaftshistorische Werke über die Energiegeschichte, die Umweltgeschichte, die marxistische oder konservative Ideengeschichte: „Der unterirdische Wald“, „Fortschrittsfeinde?“, „Bevölkerungswachstum und Naturhaushalt“, viele weitere. Er war nie als politischer Ideologe in Erscheinung getreten. Er umschiffte Worte, die ihm als Floskeln oder Kampfbegriffe erschienen: Moderne und Diskurs, Faschismus und Fortschritt, Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit. Sein Spätwerk ist anders.

Am 17. September 2016 nahm Sieferle sich das Leben. Er erhängte sich auf dem Dachboden seiner Villa in Heidelberg. Zuvor hatte er seine letzten drei Bücher abgeschlossen. Sie standen unter dem Eindruck der Flüchtlingskrise und seiner Krebserkrankung. Auch sagten ihm die Ärzte voraus, er werde sein Augenlicht verlieren.

„Das Migrationsproblem“ erschien 2017 in der „Tumult“-Reihe, die sich früher als links verstand, heute als rechts. Es findet großen Absatz. Die Rechten erklären ihn nun zum Propheten. Sieferle: einer von ihnen? Er schreibe auf einem „Niveau, das unsere Damen und Herren der Qualitätspresse vermutlich nie erreichen werden“, erklärt die Rezensentin auf einem rechten Youtube-Kanal. Als „fraglos in einer Liga mit Max Weber“ klassifiziert ihn die rechtskonservative Zeitung „Junge Freiheit“. Diese allerdings hatte zuvor von seinem Werk nicht Kenntnis genommen: Im Archiv findet sich kein Zitat und keine Buchbesprechung Sieferles.

All dies gibt Rätsel auf. Die Gedanken des erblindenden Historikers überschreiten die Grenze zur bitteren Verschwörungstheorie. Seine letzten Bücher, auch: „Finis Germania“, sind höchst spekulativ. Manche Behauptungen sind schon die Gegenwart betreffend haltlos. Von Hunderttausenden Dschihadisten unter den Migranten von 2015 ist die Rede, davon, dass schon in fünf Jahren so viele junge Muslime im Land sein würden wie junge deutsche Männer. Dem Abebben der Migrationswelle, das er erlebte, widmet Sieferle keinen Satz. „Er schrieb in Eile“, sagt ein Freund.

Sieferle sägt auf ätzende Weise an „Tabus“, die den Holocaust betreffen, er stellt die pluralistische Demokratie in Frage und sieht einen „preußischen“, nationalen Sozialismus als Zukunftsweg. Er schreibt über die multikulturelle Gesellschaft wie über einen lebensbedrohlichen Tumor. Die politische und gesellschaftliche Entwicklung, mutmaßt Sieferle, ziele darauf, „daß eine kulturelle Formation, nämlich das indigene Volk, zugunsten anderer Volksgruppen auf seine spezifische Identität verzichten soll“. Es liest sich so, als gebe es ein Geheimprogramm einer ethnischen und kulturellen Auslöschung. Der „Auschwitz-Mythos“, wie Sieferle in toll-dreisten Anführungszeichen behauptet, verlange nach dem Verschwinden der Deutschen. Der „nationale Sozialismus“, spekuliert Sieferle, habe „vielleicht nur kontingenterweise“ – also nicht notwendig – zu „Ungeheuerlichkeiten“ geführt. Widerwärtig ist ihm die Demokratie: „Die Politiker bilden nur noch den Scheitelkamm großer Wanderdünen.“ Die Deutschen hassten sich. Und rissen, im Herbst 2015, Europa in den Abgrund. Ein letztes Mal deutsche Weltwirkung.

Sieferles Freunde sind irritiert. „Ich wusste nicht, was in ihm vorging, wie weit er nach rechts gerückt war“, sagt einer. „Er hat viel Quatsch geschrieben.“ Ein anderer sagt: „Das letzte Buch hätte er niemals schreiben dürfen.“ Jedoch ein dritter: „Ich respektiere, dass er durch Nachdenken und die Analyse seiner Gegenwart zu manchen dieser Schlüsse gekommen ist. Ich habe Peter Sieferle für einen der klügsten Deutschen der letzten 20 Jahre gehalten, und wenn er zu diesen Schlüssen kommt, ist das nicht trivial.“

Sieferle soll bei klarem Verstand gewesen sein. Dass Alt-Achtundsechziger sich nach rechts wenden, kommt hier nicht zum ersten Mal vor, es gibt viele Beispiele. „Wir drehen derzeit fast alle nach rechts“, sagt ein Freund Sieferles.

Man muss in die Lebensgeschichte Sieferles eintauchen, um Antworten auf die Frage zu finden, was mit ihm geschehen ist – vielleicht auch, was mit anderen seiner Generation passiert. Es gibt zwei Lebensgeschichten. Die eine liest sich vom Anfang, die andere vom Ende her. Am Anfang sieht man einen klugen Jungen aus einer Scheidungsfamilie, Jahrgang 1949, der mit seiner Mutter in Heidelberg lebt. Er leidet darunter, dass sie ihn auf ein Internat schickt. Da ist er Außenseiter. Er empfindet es als Verletzung, dass er ins Internat muss. Aber er muss seiner Mutter auch dankbar dafür sein, dass sie ihm die gute Schulbildung ermöglicht. Rolf Peter lernt, hart zu sich zu sein und höchste Leistung zu bringen. Er beherrscht die alten Sprachen. Auf einer Kursfahrt in Rom spricht er mit einem Priester lateinisch. Der Vater ist Industrieller. Rolf Peter liest. Sport kann er nicht. Später ist er überzeugt, dass der Wohlstand Europas auf den Leistungen des Bildungsbürgertums basiere. Dass es bestehen bleibe, erklärt er für überlebensnotwendig.

Mit 19 Jahren schreibt er sich im Sommer 1968 in Heidelberg für Geschichte und Soziologie ein. Heidelberg wählt er, weil dort die Revolution stattfindet. Die Studenten träumen von der Anarchie und dem Maoismus, sie wählen Sieferle zum Vorstand des sozialistischen Studentenbunds SDS. Sieferle träumt nicht. Er stellt sich bald nicht mehr zur Wahl. Während andere rote Bürgerkinder in den Neckarauen trainieren, Molotowcocktails gegen Polizisten zu werfen, während sie über Marx schwadronieren, liest er ihn. Er kommt zum Schluss, die Studentenbewegung sei tief illusorisch. Mit Freunden diskutiert er im „Club Liberté“ lieber über Geschichte und Politik. Privat fotografiert Sieferle. Gern sich selbst. Es entsteht eine Reihe von Selbstporträts. Auf denen inszeniert er sich mit strengem Blick als Pessimisten, er sieht aus wie der junge Nietzsche. Ernst, weitblickend und mit zusammengezogenen Augenbrauen. Auch weich, fast weiblich. Das letzte Genie.

Sieferle lebt für die Wissenschaft. Als junger Mann verliebt er sich in die Tochter eines Rabbiners. Er lernte bald seine spätere Frau kennen, heiratet sie und bleibt immer mit ihr zusammen. Kinder will er nicht, sie stören ihn. Er lehnt Fußball und das Tragen von Jeans ab und Männer, die in Unterhemden draußen in der Sonne sitzen. Prole drift: Selbst die Intelligenz orientiere sich an den Unterschichten. Ein Merkmal des Niedergangs. Er fühlt sich im Kreis bürgerlicher Eliten wohl. Regelmäßig trifft er sich mit Professoren und Unternehmern, mit humanistisch gebildeten Freunden im Café Knösel in der Heidelberger Altstadt. Manche wissen bis heute nicht, was seine Eltern machten. Privates langweilt ihn.

Seine Lebensgeschichte ist seine Werkgeschichte. Er zerpflückt gern, was im politischen Geschwätz der Zeit zentral ist. Los geht es 1977 mit Marx. Sieferle dekonstruiert ihn elegant von seiner latent bürgerlichen Perspektive aus: Marx fehle es an einer Vorstellung davon, wie genau die sozialistische Revolution erfolgen sollte, ohne dass der Klassenkampf die ökonomischen Grundlagen ruiniert. „Das Werk Sieferles ist eine Abrechung mit Marx“, sagt ein Bekannter. Das Wort „Barbaren“, das er zuletzt ständig benutzt, hat er von Marx geklaut.

In den achtziger und neunziger Jahren blickt er auf die Ökologie. Nun schreibt er wunderbare Werke, für die er im Fach bekannt wird. Es geht um den energetisch prekären Pfad der Industrialisierung, um die „strukturelle Nicht-Nachhaltigkeit“ der Industriegesellschaft: hohen Ressourcenverbrauch, Abhängigkeit von Kohle und Öl. Dieser Sieferle hat ein Talent für poetische Wortschöpfungen: Der „unterirdische Wald“ sind Kohle und Erdöl, die über Jahrmillionen entstanden und in Jahrhunderten verheizt werden. Die „totale Landschaft“ spielt auf das Ende der wilden Natur an. Zur „Luxusfläche“ werden Landschaftsgarten, Wald und Ökobauernhof, da sie nur deshalb nicht maximal-industriell für den Anbau von Futter- und Energiepflanzen genutzt werden müssen, weil Erdöl und Kohle für einen kurzen Moment der Geschichte Energie für Nahrung, Transport und Heizungen liefern. Am Ende sieht er die totale Technisierung als alternativlos: Digitalisierung, Biotechnologie, etwa Gentechnik, Wasserstoffmotoren.

Er hat defätistischen Witz: „Der einzige ästhetische Trost, den die Erzeugnisse der Architektur spenden, ist die Aussicht auf ihren baldigen Abriß.“

Im Herbst 2012 lernte ich ihn kennen. Daher kam meine Neugier, als ich sah, was aus ihm geworden war. An diesem Samstag ging es um die Energie- und die Agrarwende. In der „Max Bar“ in Heidelberg schien er sich zu freuen, dass sich mal ein Journalist für sein Werk interessierte und nahm sich Stunden Zeit. Wir mussten drinnen sitzen, weil er schon an dieser Augenkrankheit litt und sich von der Sonne fernhalten musste.

Sieferle sagte: „Mit der Industrialisierung konnte man auf den ,unterirdischen Wald‘ fossiler Energieträger zurückgreifen, so dass der Druck auf die Fläche abnahm. Brennstoffflächen wurden durch Kohle und Erdgas, Treibstoffflächen durch Mineralöl ersetzt. Man benötigte nur noch Nahrungsflächen. Große Flächen wurden für andere Nutzungen frei, zum Beispiel für den Natur- und Landschaftsschutz. Mit der Energiewende erleben wir eine Rückkehr der Fläche. Die Beanspruchung von Flächen aller Art nimmt drastisch zu. Die Zusammenhänge sind komplex und werden in der Öffentlichkeit kaum verstanden.“

Das überhaupt war sein Schicksal. Die Mediendemokratie bietet kleine Nischen für Pessimisten. Quote und Komplexität vertragen sich wie Katze und Maus. Wissenschaft dringt, jenseits massentauglicher „Experten“, selten an die Öffentlichkeit; insbesondere Geistes- und Sozialwissenschaft. Darunter litt Sieferle. „Er hatte ein Bewusstsein, dass wir in einer überkommunizierenden Gesellschaft leben“, sagt ein Freund. Und es ging ihm nicht nur um sich: „Er hatte eine gewisse Trauer über den Verlust des bürgerlichen Denkens, des bürgerlichen Unterscheidungsvermögens.“

Sieferle litt an Einsamkeit, auch im Inneren der Wissenschaft. Er mied Tagungen. Er verachtete Wissenschaftler, die ihr Forschungsinteresse den staatlichen oder wirtschaftlichen Fördervorgaben oder den Karrierechancen anpassten. „Systemwissenschaftler“ nannte er sie, schon mit der Verachtung des gekränkten Narzissten, als der er sterben sollte. Sieferle lebt lange als Privatgelehrter und von einzelnen Lehraufträgen, die Stuttgarter Breuninger Stiftung unterstützt ihn, erst mit Mitte fünfzig erhält er eine ordentliche Professur.

1994 erscheint sein „Epochenwechsel“, das ihm das wichtigste Werk war. Der Fall des Sozialismus bedeute nicht das Ende der Geschichte oder der Ideologien, wie die damalige Deutung lautete, sagte Sieferle darin voraus. Die liberalen Gesellschaften schienen ihm instabil. Er sieht einen kurzen Weg von der Verflachung der Kultur zur Barbarei. Er sieht den Migrationsdruck. Und er deutet den Rechtsruck an, der jetzt durch die westliche Welt geht. Sein Wissen über die Endlichkeit der Ressourcen kommt hinzu. Die Ökologie ist für ihn die Klammer, die Wirtschaft, Kultur und Geschichte verbindet.

Sein aus seiner Sicht großes Werk wird kaum beachtet. Es gibt einen Verriss in der „Zeit“, kaum Reaktion der Feuilletons. Einige Jahre später aktualisiert Sieferle den Text. Wohl wegen schon hier vorkommender verschwörerischen Passagen von „Auschwitz-Mythen“ und der Obligation zum deutschen Verschwinden meint er, dafür werde er keinen Verlag finden. Der Text steht im Netz. „Dass sein Opus magnum nicht beachtet wurde, kränkte ihn zutiefst“, sagt ein Freund. Sieferle lässt die Finger von weiteren Zukunftsentwürfen. Erst mal.

Seit 2014 war er nicht mehr der Alte, sagen Freunde. Verbittert, todernst, vereinsamend. Die Aussicht, sein Augenlicht zu verlieren, musste die Aussicht auf ein Leben ohne Inhalt sein. Der Beobachter beobachtet nicht mehr. Sieferle verliert seinen feinen Stil, seine Poesie, die Neugier. Am Ende steht die Wahrnehmung totaler Auflösung. Der Flüchtlingszustrom erscheint Sieferle wie eine Erfüllung der Prophezeiungen, die er 1994 machte und die niemand zur Kenntnis nahm. Erstmals bezieht er einen politischen Standpunkt.

Marx ist erledigt, die bürgerliche Intelligenz wird seinen Idealen nicht gerecht. Es bleibt ihm: rechts außen. Völkisch gewissermaßen im kulturellen Sinne, nicht als Rassist. Identitär, wortwörtlich: national-sozialistisch. Sieferle schreibt: Der Relativismus sei „ein Virus, das auch in das Individuum selbst eindringen kann und seine Identität in zahllose Fragmente zerlegt“. Solche Sätze ähneln plötzlich wie ein Zwilling der NS-Propaganda. Er beschwört den Krieg, die „Bereitschaft zur Selbsthingabe des Individuums für eine höhere Sache, für eine Gemeinschaft, zum Opfertod“. Er verachtet offen das politische System, das „ohne Fokus, ohne Werte, Ziele und Programme“ sei. „Freiheit und Emanzipation für die Individuen“ sind ihm keine tragfähigen Werte, die er nur unter dem Aspekt der Auflösung und Dekadenz zu betrachten imstande scheint. Er erklärt den Individualismus wie ein Sozialdarwinist als „evolutionär instabil“ und freut sich voller Gehässigkeit an der „erodierende(n) Macht weicher Medien“.

Es siegt der Barbar. Sieferle weiß dabei gar nicht, dass sein „Finis Germania“, sein rechtestes Spätwerk, veröffentlicht wird. Es liegt als Sammlung kurzer Essays auf seinem Computer. Er selbst gibt es keinem Verlag. Das tut seine Witwe.

Gott hält er für ein imaginiertes Betäubungsmittel. Mitgefühl und Hoffnung auf unwahrscheinliches Gelingen sind einem Denker wie ihm keine relevanten Kategorien. Seine Lebens- und die Weltgeschichte mündeten ineinander und führten ausweglos gegen die Wand. Auf der Trauerfeier erinnert die Trauerrednerin an Sieferles umfassende Bildung, an seine Poesie: „Wer im heutigen Wissenschaftssystem kann so schreiben und sprechen?“ Auch sagt sie: „Die Faszination, die von seiner systemischen, interdisziplinären Sichtweise ausging, angereichert und erprobt an genauer Kenntnis der Geschichte und seiner unerreicht poetischen Sprache, hat niemals wieder nachgelassen.“ Die Wissenschaft weint um den alten Sieferle.

Seine Asche liegt auf dem Heidelberger Bergfriedhof, das Grab ist nur mit seinen Initialen markiert: „R. P. S.“ Sein letztes Werk war ein wohlkalkuliertes Nachtreten gegen ein „System“, das seine Erwartungen enttäuscht und seine Analyse abgelehnt hatte. Er hat sich spät entschieden, seinen allerersten Molotowcocktail zu werfen: auf die Demokraten. Sein Rechtsruck war der Sprengstoff, den er der Bourgeoisie hinterließ.

Die Recherche basierte auch auf Gesprächen mit Freunden Sieferles, die anonym bleiben wollten.

QUELLE: faz.net

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